Solidarität mit den Aktivist*innen im Hambacher Forst

Die aktuelle Lage im Hambacher Forst spitzt sich zu. Es sind viele Aktivist*innen vor Ort.
Ohne Ihre Arbeit wäre der Hambi bereits verloren.
Wir schicken solidarische Grüße an alle Menschen und Aktivist*innen die sich für den Hambacher Forst einsetzen.
Ihr leistet starke Arbeit.

Zudem ist es natürlich auch wichtig zu schauen, wie es generell weiter geht.
Hier gibt es nochmal zum nachlesen: einen groben Umriss warum Tagebau problematisch ist und die Feststellung, dass die Gewerkschaft IG BCE keine tatsächliche Verantwortung für die Zukunft der betroffenen Arbeiter*innen übernimmt, da sie den Strukturwandel hin zu klimafreundlichen Energien nicht unterstüzt und weiterhin auf endliche und umweltschädliche Rohstoffe setzt.

http://eselsohr.blogsport.eu/2018/08/13/kurzer-rueckblick-auf-den-vortrag-vom-letzten-freitag/

Vortrag – Einfach Klasse?

Am Freitag ging Marco im Eselsohr mit seinem Vortrag der Frage nach,
„Warum es die ArbeiterInnenklasse noch gibt, auch wenn niemand über sie
reden will“.
Karl Marx, dessen Klassenbegriff er vorstellte, wird zwar von Soziologen
und Journalisten inzwischen wieder viel beachtet, der kritische Gehalt
seiner Theorie fällt dabei aber oft hinten runter. Marco verstand seinen
Vortrag dagegen auch als politische Intervention, mit dem Ziel, die
beschriebenen Verhältnisse auch zu verändern. Seine Erklärungen endeten
in einem prägnanten Satz: nicht deine Kultur oder die Höhe deines
Einkommens entscheiden, welcher Klasse du angehörst, sondern was du
besitzt (bzw. nicht besitzt) und was du damit machst. Die Menschen in
der Gesellschaft, die nichts außer ihrer Arbeitskraft besitzen und diese
an UnternehmerInnen verkaufen müssen (Lohnarbeit), um Geld für den
Lebensunterhalt zu haben, definierte Marx als Klasse der ArbeiterInnen.
Wichtig zu erwähnen ist noch der Hinweis, dass die heutige
ArbeiterInnenklasse gespalten ist in Nationen, Geschlechter, gut und
schlecht bezahlte, festangestellte und LeiharbeiterInnen,
„hochqualifizierte“ und „unqualifizierte Tätigkeiten“ etc. . Wie diese
Spaltung überwunden werden kann, und warum der Bezug von Menschen zu
„Klasse“ stark abgenommen hat, sind wichtige Aufgaben/Fragen die geklärt
werden müssen und über die anschließend geredet wurde.
In der anschließenden Diskussion stellte ein Gast außerdem richtig fest:
„Lohnabhängigkeit bedeutet Ausbeutung, und das wollen wir beenden!“

Kurzer Rückblick auf den Ende Gelände Vortrag vom letzten Freitag

Am Freitag fand im Eselsohr ein Infoabend zum Thema Klimaschutz statt,
außerdem wurden Aktivitäten des Bündnis „Ende Gelände“ vorgestellt,
welches den Kohleabbau stoppen will. Einige Inhalte des Vortrags haben
wir hier zusammengefasst, den Vortrag hielt ein Mitglied des Eselsohr.

Klar ist: Klimaschutz ist nicht mit dem Pariser Abkommen zu erreichen.
Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist geprägt von grenzenlosem
Wachstum – während die Erde nur begrenzte Ressourcen hat!
Profitorientiertes Wirtschaften vernichtet die natürlichen
Lebensgrundlagen – weltweit. Der Kapitalismus ist und bleibt
umweltschädlich!

Auch in Deutschland sind Menschen durch Umsiedlungen und gesundheitliche
Schäden betroffen.
Deutschland ist (mit China) größter Förderer von Braunkohle –  und
Braunkohle ist der Klimakiller Nr.1.
Generell sind die Hauptverursacher des Klimawandels die Länder des
globalen Nordens, besonders betroffen davon sind die Länder des globalen
Südens. Der Klimawandel ist und wird noch stärker ein soziales Problem!
In Deutschland ist das Bündnis „Ende Gelände“ im Rheinischen Kohlerevier
aktiv. Das Bündnis setzt mit Mitteln des zivilen Ungehorsams (z.B.
Blockaden) Massenaktionen Zeichen gegen den Braunkohleabbau. Außerdem
will „Ende Gelände“ die Rodung des „Hambacher Forst“ stoppen.  Der
„Hambacher Forst“ ist einer der ältesten Mischwälder Europas und RWE
rodet den Forst seit Jahrzehnten, um darunter Braunkohle abzubauen. Vom
25. – 29.10 wird es wieder Proteste & Aktionen im Rheinischen
Kohlerevier geben, wer mehr wissen möchte: www.ende-gelaende.org

Die für den Kohleabbau zuständige Gewerkschaft IG BCE ist gegen das
Klimaabkommen von Paris und spielt sich als Verteidigerin von
Arbeitsplätzen in den Revieren auf – dabei ist klar: diese Jobs bestehen
so oder so nur noch für einen begrenzten Zeitraum. Dabei sollte die IG
BCE sich dafür einsetzen, dass in den Kohlerevieren in der Lausitz,
Brandenburg und im Rheinland zukunftsfähige Arbeitsplätze entstehen und
eine Absicherung für die Beschäftigten in den Revieren fordern!
Stattdessen überlässt sie den Strukturwandel der Politik und den
Konzernen und am Ende werden die Hochburgen der Arbeiterschaft die
Hochburgen von Rechten. Die internationale Gewerkschaftsbewegung ist da
weiter und hat erkannt: „auf einem toten Planeten gibt es keine
Arbeitsplätze“ (Sharan Burrows, Generalsekretärin des Internationalen
Gewerkschaftsbundes).

Der Kapitalismus ist und bleibt umweltschädlich – deswegen: System
Change, not Climate Change!

Neies Lautre Nr. 9 ist da!

Vor zwei Wochen gedruckt, ist das Neie Lautre Nr. 9 nun auch online
erschienen. Darin berichten wir nicht nur von eigenen lokalen
Aktivitäten, sondern widmen uns auch aktuellen politischen Fragen: „Wie
gelingt uns endlich wirksamer Klimaschutz? Warum ist eigentlich unsere
Gesundheitsversorgung so beschissen? Macht der Staat eigentlich
irgendetwas gegen die wachsende soziale Ungleichheit? Was können wir von
anderen lernen, zum Beispiel von den Frauen, die in der Türkei gegen die
männliche Gewalt kämpfen?“ 

Protest gegen rechte Kundgebung

Nachbericht von Initiative gegen Rechts Kaiserslautern:

Rund 40 Menschen folgten am Samstag unserem Aufruf „Trauer statt Hass“
und setzten ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und falsche, rassistische
Lösungsansätze. Anlass war eine Kundgebung des Bündnisses „Kandel ist
überall“, die vom südpfälzischen Neonazi Sascha Wagner organisiert
worden war. An dieser beteiligten sich, wie zuvor auch in Pirmasens und
Homburg, etwa 30 Personen.
Das Bündnis gegen Rechts hatte am Gedenkstein für die Opfer des
Faschismus eine Kundgebung angemeldet. In ihrem Redebeitrag betonte dort
die Initiative gegen Rechts, Gewalt an Frauen sei ein
gesamtgesellschaftliches Problem und nicht erst durch Flüchtlinge ins
Land getragen worden. Des Weiteren forderte sie die Anwesenden auf:
„Überall dort, wo sich Männer das Recht herausnehmen, über eine Frau zu
bestimmen, über ihren Körper oder über ihr Leben, müssen wir Widerstand
leisten!“*
Nach dem Beginn der rechten Kundgebung am Bahnhofsvorplatz bewegten wir
uns dorthin, um unsere Gegnerschaft zu ihrer heuchlerischen Politik
deutlich zu zeigen. Mit Flyern informierten wir Passant*innen über die
erschreckend weite Verbreitung von Gewalt an Frauen.

* Die vollständige Rede wird in der in Kürze erscheinenden Ausgabe des
Neien Lautre nachzulesen sein.